
Blick aus Riezlern (15.10.2006)
Tourenbilder vom 26.10.2006 (Obere Gottesacker)
Tourenbilder vom 08.10.2006 (Untere Gottesacker)
Tourenbilder vom 24.10.2004 (Obere Gottesacker)
Der Gottesacker wird in die "Unteren" und "Oberen" Gottesackerwände unterteilt. Das Massiv der oberen Gottesacker heißt man von Riezlern gesehen auch den Sonnenberg. Wichtig ist es in diesem Gebiet nur bei guter Sicht zu laufen, da man sich ansonsten hoffnungslos verirrt. Außerdem daran denken ganz viel zum Trinken mitnehmen. In dem Karstgebiet gibt es keine Möglichkeit seine Trinkflasche nachzufüllen.
Wenn man die markierten Wege über den Gottesacker läuft, erreicht man nicht die höchsten Punkte. Dafür muss man etwas vom Normalweg abweichen. Hier ein paar Möglichkeiten der Routenwahl.
Untere Gottesackerwände: Die schönste Tour
beginnt man in der Innerschwende und läuft über das Gatter zur Oberen
Gatteralpe. Diese Route ist nicht markiert und teilweise weglos, was gute
Orientierungskenntnisse voraussetzt. Es ist eine typische Route die mehr oder
weniger nur noch von Einheimischen begangen wird. Sehr schön einsam! An der
Oberen Gatteralpe erreicht man dann den Weg, der aus Rohrmoos herführt. An dem
Wegweiser zweigt unser Weg nach links in den Felsen ab. Von unten sieht es so
aus, als ob man durch den Felsen nicht weiter kommt. Am Felsen angekommen,
findet man dann einen schmalen Pfad, der uns durch die Felsen auf die Unteren
Gottesackerwände hochführt. Hier ist schon etwas Trittsicherheit gefordert, aber
die Stelle erfordert kein technisches Können. Weiter geht es auf
flachen mit Latschen überwachsenen Hängen bis auf den Ostgipfel (1.848m). Der
Hauptgipfel wird im Sommer weniger beachtet, ist aber ein schönes Skitourenziel.
Von hier gelangt man nach einem kleinen Abstieg zum Windecksattel, wo man dann
durch das Mahdtal wieder in die Schwende absteigen kann (ca. 13 km). Die Konditionsstarken
können die Tour noch über den Oberen Gottesacker fortführen. Alternativ kann man
die Route auch in Rohrmoos (markiert) oder über den Hörnlepass starten.
Obere Gottesackerwände: Die Meisten Wanderer beginnen diese Tour an der Auenhütte. Bequem kann man von hier mit dem Sessellift bis zur Ifenhütte fahren. Von dort geht es dann auf einem Pfad zur Ifenmulde. Von hier kann man noch das Hahnenköpfle (2.086m) mitnehmen. Ist auf jeden Fall empfehlenswert, da man schöne Blicke in den vorderen Bregenzerwald, zum Bodensee und zum Hauptkamm der Allgäuer Alpen hat. Weiter geht es vom Hahnenköpfle auf markierten Pfaden über mit Latschen bewachsenen Karstfeldern zur verfallenen Gottesackeralpe (1.835m). Hier kann man sich überlegen, ob man über das Küren, vorbei an einem Steinzeitlager, nach Wäldele (Hirschegg) absteigt, oder noch weiter hinauf bis zur Gottesackerscharte (1.967m) läuft. Wenn man hier links abzweigt kommt man pfadlos steil über Gras und Fels zum höchsten Punkt der Oberen Gottesackerwände. Ansonsten geht es dann erstmal abwärts bis zum Torkopfsattel und weiter in den Windecksattel wo man dann durch das Mahdtal in die Schwende (Riezlern) absteigen kann (ca. 13 km).
Für mich persönlich ist die schönere Route aber der Start durch das Mahdtal, weil es hier durch den fehlenden Sessellift einfach einsamer ist.
Die "Wadl-Beißer"-Tour für die Konditionsfreaks
sieht so aus:
Gatter - Untere Gottesackerwände - Windecksattel - Obere Gottesackerwände -
Hahnenköpfle - Ifen - Schwarzwasserhütte - Ochsenhoferscharte - Baad
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Blick von der Gottesackerscharte
Sagen vom Gottesacker:
Die Drachenabfuhr an den Gottesackerwänden
In der Gegend um die Gottesackerwände hausten
in Urzeiten sieben schreckliche Drachen. Weder Mensch noch Vieh konnten sich in
diesem Gebiet halten, obwohl gerade diese Weiden besonders grasreich und gut
gewesen wären. Überdies bargen die umliegenden Berge eine Menge Gold.
Goldsuchenden Venedigern ist es schließlich gelungen, die Drachen zu
vertreiben. Den Venedigern war die Goldgier der Drachen wohlbekannt. Sie wussten
auch, dass die dummen Ungeheuer nichts vom Goldreichtum der Felsen ahnten, auf
denen ihre Horste lagen. Der Venedigerkönig schickte nun die sieben größten
"Lügenschüppel" seines goldschürfenden Volkes als Abgesandte zu den
Drachen. Sieben Tage und Nächte redeten jene auf die sieben Drachen ein und
schilderten ihnen die Herrlichkeit des Landes Arabien in den verlockendsten
Farben.
Dort habe es Überfluss an glänzenden Perlen und blitzenden Edelsteinen.
Schließlich tropfte dem ersten Drachen vor Gier der Geifer über die Lefzen,
und er erhob sich von seinem Horst. Sogleich standen auch der zweite und der
dritte auf, und am Ende schlugen alle sieben mit den Flügeln. Das war das
Zeichen, dass sie in das ferne Land Arabien fliegen wollten. Als die Drachen
ihre großen schwarzen Flügel ausbreiteten, ward die Sonne verfinstert. Durch
den gewaltigen Luftzug, der entstand, gerieten Berge ins Rutschen und ganze
Wälder wurden entwurzelt. Nun kann ein Drache bekanntlich nur solange in sein
Nest zurückkehren, als er mit einem Glied seines Leibes mit diesem verbunden
ist. Da sich nun aber wirklich alle sieben in die Luft erhoben hatten, stand es
fest, dass sie den großen Flug angetreten hatten, und dass das Land für immer
von ihnen befreit war.
Zunächst gehörte nun allerdings das ganze Gebiet den klugen Venedigern, die es
ausbeuteten. Erst als sie das letzte Körnlein Gold geschürft hatten, zogen sie
ab. Später sind andere Menschen hier ansässig geworden. Die Wände aber sehen
immer noch aus, wie uralte Drachenhorste.
Die "verwunschene" Alpe
Da, wo sich zwischen dem hohen Ifen und den
Gottesackerwänden das kahle, felsige Ifenkar, der Gottesacker genannt,
ausdehnt, eine entsetzliche Steinwüste ohne Gräslein und Strauch, befand sich
einstens eine schöne, sonnige Alpe mit üppigen Weiden und kostbaren
Futterkräutern. Der reiche Ertrag an Käs und Butter machte aber die Sennen
hartherzig gegen die Armen. Da kam einmal ein alter armer Mann in die Hütte und
bat um etwas Schmalz. Der Senn nahm die dargebotene "Spatel", füllte
sie voll Arglist mit Mist und strich nur oben darauf etwas Butter. Kaum hatte
der Greis aber die Alpe verlassen, so versank die Hütte mit Mensch und Vieh,
und die Alpe verwandelte sich in das wüste wilde Felsenkar. Viele glaubten, der
arme Mann sei Christus der Herr selbst gewesen.
Buchempfehlung: "Seltsames und Unheimliches - Die Sagen des Kleinen Walsertales" von Detlef Willand (1994).
Persönliche Erlebnisse:
26.10.2006
Zunächst habe ich mich in die Innerschwende fahren lassen und bin von dort durch das Mahdtal über die Gottesackerscharte auf den Gottesacker. Bis zur Gottesackeralpe habe ich nur Walter G. und Erwin und Gabi F. mit Schwester Martina T. samt Sohn getroffen. Etwas vor der Alpe habe ich mir einen gemütlichen Platz gesucht und eine lange Pause gemacht. Ab der Gottesackeralpe waren dann richtig viele Leute unterwegs. Was so ein Sessellift doch ausmacht. Bin dann noch auf das Hahnenköpfle. Eigentlich wollte ich über den Ifen und die Ochsenhoferscharte zu mir nach Hause laufen, aber durch das sehr warme Wetter ist mir das Trinken ausgegangen. Ohne Trinken über den Ifen war mir dann ein wenig riskant. Also bin ich zur Ifenhütte abgestiegen und habe mir dort etwas zu trinken genehmigt. Dort habe ich Hubert W. getroffen. Wir sind dann zusammen bis zum Klettergarten gelaufen. Von dort bin ich dann über den Schöntel noch zur Sonnaalp (Zaferna) wo ich noch mal eingekehrt bin, da ich schon lange mal gesagt habe ich komme auf Besuch. Von dort ging es dann über Mittelberg zu mir heim nach Bödmen.
08.10.2006
In der Messe Orgel gespielt. Es war heute Erntedank. Noch kurz bei der Agape gewesen und mit Martina M., Christian F. und Karl K. gesprochen. Vor allem Karl K. habe ich noch ein wenig zur heute geplanten Tour durch den Gatter ausgefragt. In der Außerschwende habe ich dann das Auto abgestellt und noch einen "Schwatz" mit Karl F. und später mit Oliver R. gehalten. Beide meinten sie, dass es durch das Gatter heute ziemlich rutschig sein wird. Aber trotzdem eine schöne, vor allem "einsame" Tour. Durch das Gatter bin ich dann zur Oberen Gatteralpe und von dort durch den Felsen auf die Unteren Gottesackerwände gelaufen. Durch das Gatter war es wirklich ein wenig eine "Schmiererei", aber vor allem sehr schön einsam. Auf den Unteren Gottesackerwänden habe ich mir dann ein Plätzchen gesucht und einfach den Tag genossen. Von dort ging es weiter zum Windecksattel und über das Mahdtal wieder in die Schwende. Bei der Höfle-Alp habe ich dann Rainer M., meinen Mitstreiter beim Walserweg, getroffen. Er ist genau die gleiche Tour gelaufen, ist aber etwas früher gestartet. Habe ihn dann noch aus der Schwende bis nach Riezlern mitgenommen. Die Tour ist echt super. Bis auf vier Einheimische habe ich keinen Menschen getroffen.
24.10.2004
Da wir in der Früh noch mit der Musik beim "Veteranentag" spielen mussten sind wir erst ein wenig nach halb zwölf in der Schwende gestartet. Daniela, Marion mit Hund, Thomas, Rainer und ich. Durch das Mahdtal, am Hölloch vorbei, sind wir ziemlich rasch bis zum Windecksattel hoch gelaufen. Von dort dann weiter in Richtung Gottesacker. Bevor man wieder ein Stück abwärts laufen muss sind wir dann weglos links abgebogen und in Richtung Torkopf. Vor der ersten leichten Kletterstelle bin ich dann mit Marion, die wegen dem Hund nicht weiter ist, geblieben. Leider bin ich nicht 100% schwindelfrei und bei dem losen Gestein und der Ausgesetztheit war mir das etwas zu hoch. Lange mussten wir dann allerdings auch nicht warten bis die anderen 3 wieder auftauchten, da es ja nicht mehr so weit auf den Gipfel war.
Danach sind wir dann noch über die Gottesackerscharte, wo wir nochmals eine längere Pause gemacht haben. Wir sind dann über Schneiderküren abgestiegen. Weiter unten hat uns dann Thomas noch ein wenig in dem Verhau von Forstwegen und anderen Pfaden eingewiesen. Sind daher noch ein paar alte Pfade gelaufen und über den Schmalzboda hinab und später noch zum Platt-Älpele gelaufen. Dann den alten Weg weiter gegangen und über die Ladstatt in die Au. Von dort hat uns Thomas dann in die Schwende gefahren, wo wir unser Auto holten. Heute war ein traumhaft schöner Tag. Wahrscheinlich einer der schönsten Tourentage in diesem Jahr.