Große Widderstein (2.533 m)

Blick von oberhalb des Sterzersee`s auf Große u. Kleine Widderstein. (18.6.2006)

Der höchste Berg des Kleinwalsertales ist einer der schönsten Aussichtsberge der Allgäuer Alpen. Er wurde am 25. Juli 1669 durch den Schröckener Pfarrer Peter Bickel erstmals bestiegen. Erste urkundliche Erwähnung 1059 als "widerostein" in einer Urkunde des Kaisers Heinrich IV. als Grenze eines Wildbanngebietes.
Der Normalweg von Süden ist auf gut markiertem Aufstieg nicht schwierig, erfordert aber Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition. Es sind ein paar kleine Kletterstellen vorhanden (I). Im Frühjahr gibt es oft gefährliche Schneefelder.
Der Normalweg führt zunächst durch das Gemstel bis zur Obergemstelhütte. Oberhalb der Hütte steigt man in den Ostgrat (Kletterei) ein. Weiter geht es zum Gemstelpass und hinüber zur Widdersteinhütte. Der Weg führt weiter nach Westen am Fuß des Widdersteins bis zu dessen Südschlucht. Von hier geht es steil auf Geröllhalden und Felsstufen aufwärts. Ein letzter schmaler Grat führt zum Gipfel mit einer wunderbaren Rundsicht. Im Norden das Walsertal, dahinter das weite Alpenvorland. Bei klarer Fernsicht sieht man im Osten den "Wilden Kaiser", Karwendel und Wetterstein mit der Zugspitze, anschließend die "Hohen Tauern" mit dem Großglockner, die Zillertaler-, Stubaier- und Ötztaler Alpen, die Ortlergruppe, im Süden die Silvretta mit Piz Buin, der Rätikon mit Scesaplana, im Südwesten die Berge der Glarner Alpen, die St. Galler Alpen mit Säntis und Altmann und anschließend daran fast der ganze Bodensee und dahinter der Schwarzwald. Im Vordergrund die Allgäuer und Lechtaler Alpen mit Parseierspitze, die Verwallgruppe mit Patriol, gegen Südwesten die Berge des Arlbergs und im Westen die Berge des Bregenzerwaldes, tief unten die Kirche von Schröcken. Am schönsten ist natürlich das Panorama während eines Sonnenaufgangs!

Leider ist der Gipfel in der Saison relativ überlaufen. Vorsicht ist durch Steinschlag von häufig unvorsichtigen Tourengeher geboten. Ein Helm ist durchaus sinnvoll. Alternativ bieten sich natürlich einige Klettertouren, wie Südwestwand oder Ostgrat an.

Der Kleine Widderstein (2.236m), der kleine Bruder, ist durch das Karlstor getrennt und ein schöner Kletterberg (II). Der Normalweg führt über den Nordgrat und wird oft mit dem Bärenkopf kombiniert. Die Überschreitung zum Großen Widderstein ist eine III-Tour.

 

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Bilder vom 2.12.2006


Persönliche Erlebnisse:

02.12.2006

Am Vorabend habe ich im Älpele mit Daniela ausgemacht, dass wir evtl. zusammen auf Tour gehen. Sie hat dann in der Früh angerufen und obwohl ich alles andere als ausgeschlafen war sind wir dann aufgebrochen. Eigentlich wollten wir auf die Hammperspitze, aber als Daniela von Mittelberg runter gelaufen ist, kam ihr die Idee auf den Widderstein zu gehen. Also sind wir zunächst mal über das Gemstel bis zur Widdersteinhütte und von dort den Normalaufstieg auf den Gipfel. Die letzten knapp 200 Höhenmeter lag dann etwas Schnee und am schmalen Gipfelgrat war es dann richtig eisig. Es war aber noch gut zu laufen. Am Anstieg war es auch richtig warm, nur am Gipfel hatte es dann einen unangenehmen Wind, so dass wir bald wieder abgestiegen sind. Wir sind dann über das Bärgunt nach Baad. Dort fuhr uns dann der Bus direkt vor der Nase weg. Sind wir also in Richtung Bödmen gelaufen und uns nahm dann ein netter Kemptner mit, den wir vorher schon auf der Tour getroffen haben. So kam ich nach ewig langer Zeit wieder einmal auf den Großen Widderstein. Das im Dezember, wo es eigentlich viel Schnee haben sollte …

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